Synästhesie: Das Spiel mit den Farben

Oliver Messiaen bezeichnete sich selbst als einen Synästhetiker. Aber was ist eigentlich ein Synästhetiker. Synästhetiker sind Menschen bei denen das Phänomen der Synästhesie auftritt. Synästhesie kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie „mitempfinden“ oder „zu gleich wahrnehmen“. Es bezeichnet nämlich die Verbindung zweier Wahrnehmungs-Kanäle des menschlichen Gehirns. Viele von uns können auch zwei Wahrnehmungen miteinander koppeln. So wird Wärme beispielsweise häufig mit der Farbe Rot oder Orange verbunden, während Blau eher mit Kälte in Verbindung gebracht wird. Diese Koppelung geschieht bei uns allerdings freiwillig und kann daher als einfache Assoziation abgestempelt werden. Ein Synästhetiker hingegen schafft die Verbindung zwischen zwei Wahrnehmungs-Bereichen nicht aus freiem Willen. Bei einem Synästhetiker wird bei der Reizung eines bestimmten Gehirnzentrums ein weiterer Gehirnbereich automatisch mit angesprochen bzw. gereizt. Ob dies nun auf Grund von Drogenkonsum, Krankheit o.ä. der Fall oder ob es eine Gott gegebene Gabe (oder Fluch) ist, spielt dabei keine Rolle. Als Synästhetiker gelten sie alle. Den verschiedenen Verknüpfungen sind dabei kaum Grenzen gesetzt. So ist es möglich Zahlen mit Farben zu assoziieren, Buchstaben mit einem bestimmten Ort im Raum zu verbinden, Gefühle mit Farben darzustellen oder sogar Formen, Farben und Gerüche miteinander zu verbinden. Im Falle von Oliver Messiaen wurde sein Sehzentrum mit gereizt, wenn er Töne vernommen hat. Dadurch hat er beim hören von Musik gleichzeitig Farben gesehen und bestimmte Töne oder Klangfarben eines Instruments immer gleichzeitig mit Farben verbunden.

Nach diesem Prinzip ist es beispielsweise möglich, dass Messiaen bei der Klangfarbe der Violine Blau (Grün oder Rot) als Farben sieht und wahrnimmt. Desweiteren wird je nach Höhe des Tones die Farbe Blau zusätzlich, wie im Beispiel, variiert. Im obigen Bild haben hohe Töne helle Farbe und tiefe Töne dunkle Farben.

Im folgenden Video wurden die Klänge des Ondes Martenot, nach obigen Prinzip, visualisiert, um es noch anschaulicher und verständlicher zu gestalten, als mit simplen Bildern.

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